Niveau der Aufgaben

Liebes Mathenacht-Team,

ich habe euren Wettbewerb im Sommer im Internet entdeckt und war von der Idee begeistert. Nun habe ich ihn an unserer Schule erstmals organisiert und die Resonanz war sehr gut. Nachdem die Mathenacht nun fast vorbei ist, bin ich allerdings recht frustriert. Leider hat das sehr hohe Niveau der Aufgaben dazu geführt, dass sich nach 2-3 Stunden nur noch rund ¼ der Schüler ernsthaft mit den Aufgaben beschäftigt hat und selbst gute Schüler irgendwann die Lust verloren haben. Als Betreuungsperson war man damit beschäftigt, die stets gleichen Verständnisfragen zu beantworten.

Ich finde, dass etliche Aufgaben nicht altersangemessen waren. Die Teilnehmerzahl war naturgemäß in den Klassen 5 und 6 am höchsten jedoch wurde das Verständnis der Aufgaben durch viele unbekannte Notationen wie Qp(Qp(45))=0 oder ax+by=c erschwert. Formeln mit Variablen sind unbekannt, Begriffe wie Binäruhr ebenfalls, die Bruchaddition für einen Fünftklässler nicht durchführbar. Einen Würfel, der von 3 Seiten durchbohrt ist, kann sich kein Zehnjähriger räumlich so vorstellen, dass er Bausteine und vor allem Flächen zählen kann. Und zum selber Basteln fehlten dann die Steine. Es waren zwar Würfel vorhanden, jedoch nicht in dieser Anzahl.

Ich habe mich bei vielen Aufgaben gefragt, warum es nicht eine Nummer kleiner geht.

Die Idee für den Wettbewerb ist toll, die technische Umsetzung hervorragend. Bei uns hat sich am Ende der Teil der Schüler, der noch dabei war, darauf konzentriert, die Fünftklässler in die zweite Runde zu bringen. Das war auch reizvoll und spannend, aber eigentlich ja nicht Sinn der Sache.
Ich dachte, wir hätten in BW ein recht gutes Niveau im Matheunterricht, bin aber während dieser Nacht doch ins Zweifeln geraten. Allerdings hatten auch die sehr guten Schüler bei den Aufgaben genau die Probleme, die ich erwartet hatte und Zehnjährige in anderen Bundesländern sind bestimmt kognitiv nicht weiter – warum auch.
Ich finde, ein solcher Wettbewerb sollte auf ein angemessen hohes Niveau achten, aber gleichzeitig dadurch attraktiv sein, dass er einem normalen Zweierschüler ausreichend Chancen lässt. Zumindest in der ersten Runde, nachher kann man ja immer noch nachlegen.

Viele Grüße
Kirk

Die Aufgaben dieses Jahr waren vierfältig und interessant, tatsächlich mal keine Fehler im System.

Nach 5-jähriger Mathenacht-Erfahrung müssen wir aber anmerken, dass das Niveau dieses Jahr (besonders in Runde 1) sehr hoch war.
So saßen wir mit nahezu voller Belegschaft + sehr gutem Oberstufenteam 7,5h an Runde 1 und haben diese dann nur durch die Reduzierung auf neun benötigte Antworten erreicht.

Ähnlich schwer hatte es auch die Mittelstufe, sodass bei uns große Unruhen durch frustrierte Schüler entstanden.

Hallo,

vielen Dank für die Kritik. Es ist für uns jedes Jahr schwierig, angemessene Aufgaben zu finden, sodass man dann auch 14 Stunden beschäftigt ist. Trotzdem nehmen wir eure Kritikpunkte natürlich für das nächste Jahr mit auf.

Viele Grüße :grinning:

Wir waren das erste Mal dabei und ich habe nicht das Gefühl, dass sich der Aufwand, den ich organisatorisch hatte, gelohnt hat. Aber ich bin beruhigt, dass es auch “alten Hasen” ähnlich geht. Vielleicht sind wir einfach im falschen Jahr eingestiegen.

Vielleicht ist dies tatsächlich der Fall.
Dieses Jahr war es die erste Mathenacht, in der wir das Gefühl hatten, dass das Niveau in ein bis zwei Aufgaben deutlich zu hoch war.
In allen Jahren zuvor war es eine ausgewogene Mischung, in der der Ehrgeiz, das Niveau und der Schwierigkeitsgrad gepasst haben. Die Schüler hatten Spaß und wenn es mal schwierig wurde war es mit unserer Hilfe oder der von Schülern der höheren Jahrgänge immer möglich die fehlende(n) Aufgaben in angemessener Zeit zu lösen, um wieder neue Motivation für die nächste Runde zu schaffen, und das auch wenn sich die Nacht zum Ende geneigt hat und die Müdigkeit langsam in Erscheinung trat.
Diese Mischung ist eben der Grund, weswegen wir schon so lange dabei sind.
Die Tatsache, dass es nun mal dieses Jahr deutlich schwieriger war hält uns nicht davon ab auch nächstes Jahr wieder mit vielen motivierten Schülern anzutreten und die Nacht zum Tag zu machen :wink:

Mit freundlichen Grüßen!

Danke dir für die aufbauenden Worte. Ich muss das jetzt erstmal sacken lassen. Statt Spaß an Mathe hatte bei uns viele nach den Frusterlebnissen halt Spaß am Quatschen, Rumalbern, Kartenspielen usw. Es sei ihnen gegönnt, aber dafür muss ich keine Mathenacht organisieren und mir die Nacht um die Ohren hauen.

@JEval: Das fände ich schön, da mir die Idee schon sehr gefällt. Ich werde verfolgen, wie sich das entwickelt und vielleicht mal einen neuen Versuch starten.

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Hallo Kirk,
ich gebe zu, ein paar aufgaben haben mich echt zum Verzweifeln gebracht. Durch das Skat mit meinen Freunden konnte ich mein Gedächtniss wieder befreien und weiter an den schwierigen Mathe aufgaben gearbeitet. Zwischendurch habe ich mit meinen Freunden Rumgealbert :slight_smile: #Yolo #Lol @Kirk

An unserer Schule ist die Beteiligung seit 2006 immer weiter zurückgegangen. Von einstmals ca.200 auf genau 7 in diesem Jahr.
Der Frust bei den Schülern, kein Erfolgserlebnis zu bekommen, weil entweder irgendwann zugegeben wird, dass Aufgaben fehlerhaft, ungenau oder einfach nur zu schwer sind, ist einfach zu groß. Auch viele Lehrer schütteln mittlerweile den Kopf und möchten sich nicht mehr für diesen Wettbewerb engagieren.
Der Vorschlag, dass von Beginn an nur 9 Lösungen für ein Weiterkommen reichen sollten, ist fast so alt wie der Wettbewerb selbst, wird aber aus unerfindlichen Gründen jedes Jahr auf’s neue ignoriert.
Dabei ist doch gerade ein Erfolg - und sei es auch nur ein kleiner Erfolg - so ungeheuer motivierend für alle Beteiligten. Nebenbei sind zufriedene Teilnehmer bestimmt auch eher bereit, etwas für den Wettbewerb zu spenden.

Bei uns hat sich sogar ein Oberstufenschüler irgendwann daran gemacht, die 5er Aufgaben unabhängig von deren Hilfe zum Spaß zu lösen und scheiterte auch größtenteils daran. Wie sollte es ein 10 jähriges Kind dann hin bekommen.

Wie auch bei @Kirk waren dann recht schnell die Schüler unmotiviert, denn wer möchte schon für eine Aufgabe ohne Fortschritte über eine Stunde beschäftigt sein? Das Niveau sollte den Schülern mehr angepasst werden, weil mal eben das Bruchrechnen beibringen in Klassenstufe fünf schafft man nicht ganz so schnell.

Würde mich freuen, wenn das im kommenden Jahr vielleicht wenigstens mal überlegt würde.

Das erklärt ein wenig warum ich alleine in 6h doch nicht all zu weit kam.

Unsere Fünfer haben mich auch gefragt, was denn Brüche sind. Ich habe ihnen gesagt: “Frag mal die Sechser”. Das haben sie gemacht und eine Stunde später hatten die Fünfer (!) die Aufgabe gelöst. Das war er sehr tolles Erlebnis :slight_smile:
Natürlich waren das schon die besonders begabten Schüler/innen unserer Fünf, die meisten Kleinen haben sich dann irgendwann lieber mit Fangenspielen beschäftigt. Damit will ich sagen, dass ich das Niveau dieser Aufgabe nicht zu hoch für Fünfer fand, aber dass dies besser eine Aufgabe für Runde 2 gewesen wäre.

Dass Erfolgserlebnisse ausgeblieben sind, fand ich nicht. Bei uns ist zwar keine Stufe in Runde 2 gekommen, aber jede einzelne gelöste Teilaufgabe war ein Erfolgserlebnis. Wir haben das eher als schulinternen Wettbewerb gestaltet und am Beamer bei jeder Aufgabe gezeigt, welche Gruppe sie als erstes gelöst hat. Dort haben wir auch falsche Lösungen (ohne Gruppennamen) gesammelt.

Ich weiß nicht, wie es woanders gehandhabt wird oder ob es irgendwo offiziell geregelt ist, aber bei uns waren alle Hilfsmittel erlaubt, auch Internet oder die Hilfe von älteren Schülern. Nur Hilfe durch Nichtteilnehmer war verboten.

Ab ca. 23 Uhr haben wir Lehrer uns dann auch aktiv an die noch verbliebenen ungelösten Aufgaben gesetzt, und zusammen mit den Schülern gerätselt. Ein paar Aufgaben konnten wir dann noch lösen, ein paar aber auch nicht
(wie sich dann nach Einsicht der Lösung zeigt wegen Eingabefehlern und Missverständnissen).

Bei uns machen seit sechs Jahren jedes Jahr mehr Schüler mit. Der Frust der Schüler über Probleme bei Aufgaben wird überwiegend aufgewogen durch gemeinsame Erfolge bei der Fehlersuche und die tröstliche Erkenntnis, dass auch ältere Schüler und Lehrer sich erstmal rantasten müssen, bis die Aufgabe wirklich richtig gelöst ist. Da wir kein spezielles Beschäftigungsprogramm anbieten wollen, nehmen Fünftklässler bei uns nicht teil, von den Sechst- und Siebtklässlern liegt dann irgendwann schon die Hälfte flach. Aber bei denen, die durchhalten, glänzen die Augen, auch wenn sie vor Müdigkeit ganz klein sind …
Wir sind auf jeden Fall nächstes Jahr wieder dabei!
Lore aus Mannheim

Ich (Kursstufenschüler) und unsere Lehrer saßen auch bis in die sehr frühen Morgenstunden noch zusammen und haben gerätselt - und sind letztendlich, trotz 4 Mathelehrern + mir nicht in die dritte Runde der Klassen 5 und 6 gekommen. Das Mathenacht - Team sollte evtl mal ein wenig an der Ergebniseingabe arbeiten. Schließlich ist eine Natürliche Zahl ja 2 und nicht 02. Schade, dass die teilweise unverständlich erklärten Aufgaben in zusammenhang mit der Lösungseingabe trotz richtiger Rechnungen nicht weiter führt. Ich sehe hier Handlungsbedarf.

Also bei der Ergebniseingabe gab es dieses Jahr wohl am wenigsten Probleme und alle Aufgaben waren eindeutig lösbar. Bei allen Aufgaben mit mehreren Eingabemöglichkeiten, waren alle denkbaren Alternativen zugelassen. Das jemand bei der Frage nach einer Uhrzeit die 0 bei den Minuten weglassen könnte wurde wohl leider übersehen.:cry:

Das Niveau war dieses Jahr zwar wieder sehr hoch, aber trotzdem hatte das fleißige Helfer und Organisatorenteam noch über 200 Einreichungen für die 3. Runde von Hand zu korrigieren. Dafür gebührt ihnen hier auch mal ein großes Lob.:thumbsup::thumbsup:

Ich gebe allerdings den Leuten recht, dass das hohe Niveau in der ersten Runde zu Frustration führen kann. Mein Vorschlag wäre daher das Niveau erst in der zweiten Runde zu steigern. Sonst blieben nachher zu viele Einreichungen für die dritte Runde und doch recht kleine Mathenachtteam wäre nicht mehr in der Lage alle Einreichungen zu bearbeiten.

Alternativ bliebe dann nur die dritte Runde auch maschinell auszuwerten, was schade wäre oder das Mathenachtteam aufzustocken (Freiwillige vor).

Eine Aufgabe vom Schwierigkeitsgrad und der benötigten Klassenstufe richtig zu beurteilen ist zudem eine nicht zu unterschätzende Arbeit, die sicher mal besser mal schlechter gelingt, denn mit der richtigen Idee sind viele Aufgaben sehr schnell zu lösen. Bloß wie beurteilt man, ob jemand auf diese Idee kommt? :nerd:

Bleibt nur zu hoffen, dass sich niemand von ein bisschen Frust den Spaß an der Mathenacht nehmen lässt und die Kinder weiter motiviert werden Mathe zu betreiben. Helft lieber mit die Veranstaltung besser zu machen, reicht zum Beispiel Aufgabenvorschläge für zukünftige Mathenächte ein.

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Hallo zusammen,

ich freue mich über die Antworten und ich habe einige Anregungen bekommen, wie die Nacht bei einem möglichen zweiten Durchgang an unserer Schule besser laufen könnte.

Kurz:

  • Kräfte bündeln und gemeinsam als Stufe das Ziel verfolgen, die zweite oder dritte Runde zu erreichen. Aufgaben verteilen, richtige Lösungen sofort an alle kommunizieren.
  • Stärkere Nutzung von Forum und Hotline.
  • Unterstützung durch Mentoren/Helfer aus höheren Klassen.
    Wir haben zunächst so gearbeitet (wie es ja wohl auch vorgesehen ist), dass jedes Team für sich „kämpft“, Lehrer nur Tipps zum Verständnis der Fragestellungen geben und nicht vorgesehene Hilfsmittel wie Taschenrechner auch wirklich nicht verwendet werden. Da wir über 20 Gruppen hatten, gab es einen enormen Beratungs- und Betreuungsbedarf, der von den anwesenden Helfern nicht geleistet werden konnte.

Es ist ein riesiger Aufwand, diese Aufgaben zu erstellen. Dafür ein dickes Kompliment an das Team.
Ich finde die meisten Aufgaben gut, aber einige einfach zu schwer und (vor allem in Klasse 5/6) nicht altersangemessen formuliert. (z.B. Querproduktaufgabe, oder Rechenpyramide: Das z=ax+by sollte man in Worten formulieren.)

@Mathefrank: Bist du vom Team?

Viele Grüße
Kirk

Taschenrechner etc. können[tw. sollten] benutzt werden.

In Klasse 5 bis 7 aber nicht (laut Aufgabenblatt)

Jein. :wink:

Ich habe zwei Töchter (inzwischen 10. (E) und 11. (Q1) Klasse, die ich für Mathe begeistern konnte. Diese nehmen seit 5 oder 6 Jahren begeistert an der Mathenacht in unsere Schule teil und ich begleite sie als Betreuer. Leider hat es in den früheren Jahren immer wieder mal Aufgaben gegeben die nicht eindeutig genug gestellt waren, die mehrdeutig lösbar waren oder bei denen die Lösungseingabe nicht funktionierte, was zu einigem Frust führte. Wenn das immer die gleichen Leute aus einem gemeinsamen Blickwinkel machen, gibt es verständlicherweise auch mal eine Betriebsblindheit oder es rutscht etwas durch.

Daher haben meine Frau und ich vor zwei Jahren beschlossen, statt zu kritisieren unterstützend tätig zu werden. Wir sind an das Mathenachtteam herangetreten und bekommen seit dem die Aufgaben und Aufgabenvorschläge schon im Vorfeld. Diese lösen wir dann erstmal ganz unabhängig und ohne Hilfe und geben dann Rückmeldung. So sind in den letzten vier Monaten fast 150 Emails hin und her gegangen und es wurde an den Aufgaben gefeilt, Aufgaben wieder verworfen, Lösungen abgeglichen, Rechtschreibfehler beseitigt und schließlich die Lösungseingabe im Web von mehreren Seiten endgetestet. Von den fast 160 Aufgaben die wir gerechnet haben haben es dann 140 Aufgaben auf die Aufgabenbögen der 5 Klassenstufen geschafft.

Ich möchte nicht wissen, wieviele Aufgaben Herr Carow und sein Team im Vorfeld schon gerechnet haben müssen, denn wenn wir zum Zuge kommen stehen die meisten Aufgaben ja schon. Ganz großer Respekt dafür.

Bei uns an der Schule lief es dieses Jahr, soweit ich das beurteilen kann, jedenfalls frustfrei ab und ich war teilweise überrascht, wie schnell manche Schüler eigenständig und auf ganz eigenen Wegen zu Lösungen für schwere Aufgaben gekommen sind. So hatte die von mir betreute Klassenstufe (09)1011 ohne große Hilfe um 21:15 die zweite Runde und um 01:15 die dritte Runde erreicht. Nur an der Ausdauer müssen wir noch arbeiten. Den Mädels fielen dann die Augen zu :sleeping: und nach der Eingabe der letzten Lösung für Runde 2 und dem Erreichen der Runde 3 ging es mit einem guten Gefühl ins Bett. Sonst hätten sie sicher eine gute Platzierung erreichen können.

Ab Jahrgang (07)0809 steht es explizit drin. Davor steht “Taschenrechner ist nicht vorgesehen” und er wurde auch fast nirgends benötigt. Nur in (05)0607 gab es zwei Aufgaben, wo ein Taschenrechner etwas gebracht hätte, aber schriftlich multiplizieren und dividieren können die Kinder da auch schon. :wink:
Bei uns in (09)1011 hatten die Schüler auch Zugang zu Computern mit Excel und Geogebra. Allerdings wurde davon gar kein Gebrauch gemacht. Die Schüler waren mit Papier, Bleistift, Zirkel, Lineal und Tascherrechner schneller.

Ok, die Rechenpyramide 1.5. ohne Taschenrechner ist schon ein Riesenunterscheid zu 1.5 mit Taschenrechner.

Sendet mir eine Nachricht, wenn ihr noch jemanden brauchen könnt. Ideen, Mathe-Begeisterung, Erfahrung, Zeit – alles ausreichend vorhanden. Na ja, Zeit vielleicht nicht immer, aber die würde ich mir für diese Sache nehmen :wink:

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